Donnerstag, 4. Januar 2018

Ein Tag in Linz am Rhein

Heute ist mir aufgefallen, dass ich Euch mit nach Sayn und Neuwied und Andernach genommen habe, unsere Fototour nach Linz jedoch völlig geschlabbert 😱 Asche über mein Haupt!
Denn es gilt immer noch, unser Deutschland ist wunderschön und wir haben so tolle Städte, es muss nicht immer ins Ausland gehen. Auch vor unserer Haustüre können wir schöne Motive entdecken und Geschichte erleben.
Daher kommt doch heute mit in das wunderschöne Städtchen Linz am Rhein!




Am 24.06.2017, oh ha, jetzt bereits vor etwa einem halben Jahr, sollte es zu einer gemeinsamen Fotoexkursion durch Linz gehen. Da der Vater meiner Tochter oberhalb von Linz lebt und an diesem Tag auf Töchterchen und Hund aufgepasst hat (nein, bespasst heißt das, auf beide muss man vom Alter her nicht mehr wirklich aufpassen - außerdem wollten wir abends noch grillen), habe ich mir sagen lassen, dass besonders an schönen Wochenendtagen erheblicher Parkdruck in Linz herrscht.
Daher war ich schon früh in der Stadt und habe etwas außerhalb geparkt, so dass ich ein mal durch die komplette Altstadt laufen musste, um zum Treffpunkt am Bahnhof zu gelangen (später habe ich gemerkt, dass dort hunderte Parkplätze frei waren, aber okay 😊)





Dadurch, dass ich schon sehr früh in Linz war, konnte ich in aller Ruhe durch die Altstadt schlendern und schon mal die ersten Fotos schießen. Denn Linz hat an einem schönen Wochenende einen Nachteil, es ist brechend voll und die besten Motive in der schönen Altstadt verstellt, da in den meisten Gebäuden unten Boutiquen und Co. eingelassen wurden. Ich hatte daher das Glück wirklich vor Öffnung der Geschäfte noch in aller Ruhe fotografieren zu können, es war relativ menschenleer.
Später in der Gruppe habe ich mich über diese Tatsache extrem gefreut.









Ich finde die Häuser der Linzer Altstadt extrem bemerkenswert.











Blick zurück auf das Neutor, wo ich später auf dem Weg nach Hause noch einen Geocache mitgenommen habe 😁




Da hat wohl jemand zu tief ins Glas geschaut und schlummert friedlich 😊










Dieses Stadthaus auf dem Weg zum Bahnhof hat es mir, weshalb auch immer, sehr angetan.







Kleiner drolliger Geselle in einem Vorgarten.



Kaum hatten wir uns offiziell am Bahnhof getroffen, gingen wir die paar Meter zu Burg Linz.







Auf Burg Linz gibt es die alte Folterkammer zu besichtigen und man lernt einiges über die damals gängigen Foltermethoden.



Zudem befindet sich in Burg Linz eine ganzjährige Weihnachtsausstellung.
Ich bezeichne mich zwar als Weihnachtsfreak, aber das musste ich mir im Sommer tatsächlich nicht geben. Ein paar Fotos von den Dekorationen aussen haben mir gereicht.














Nunmehr liefen wir vom Rheintor am Rhein entlang wieder zurück (für die anderen ja das erste Mal) zur Altstadt von Linz.




Pulverturm, der südwestliche Turm der ehemaligen Stadtbefestigung







Die heutige Stadthalle, eine ehemalige Kapuzinerkirche mit der Madonna auf der Mondsichel aus der Erbauerzeit.









Rathaus von Linz




Nachdem wir noch eine Weile durch die Altstadt gelaufen waren, wo ich ja bereits alle Motive gebannt hatten und eine kleine Stärkung zu uns genommen, beratschlagten wir wie der Tag weitergehen würde. Die Mehrheit der Anwesenden wollte zusammen zunächst zum Schloss Rennenberg etwas oberhalb von Linz fahren und dann die Burgruine Rennenberg suchen.
Leider standen wir bei Schloss Rennenberg vor einem verschlossenen Tor und fanden auch keine Parkmöglichkeit, so dass wir diesen Teil einfach ausließen. Im Internet finden sich einige Fotos des Schlosses.
Wir fuhren weiter nach Kretzhaus und suchten uns dort einen Parkplatz an einem Supermarkt. Da niemand von uns den genauen Standort der Burgruine kannte, da diese kein erschlossenes touristisches Ziel ist, konnten wir nur erahnen in welche Richtung wir gehen müssen um einen Zugang zur Ruine zu finden.
Das diese ca. 3 km einfache Strecke vom Parkplatz weg liegen würde, damit hatte niemand von uns gerechnet.
Dafür konnten wir das Areal allerdings schnell ausmachen und lagen auch richtig, waren uns bis zum Schluss jedoch unsicher ob wir zur Ruine rauf gelangen würden, fuhren an diesem Tag doch einige Jeeps mit grimmig dreinschauenden Männern durch den Wald, bei denen es sich offensichtlich um Forstaufseher handelte. Weshalb diese genau an dem Tag mit 3-4 Fahrzeugen kreuz und quer durch den Wald fahren mussten, wer weiß es.
Letztendlich ließen sie uns jedoch in Ruhe und wir konnten uns durchs Gestrüpp und über Geröll zur Ruine heraufschlagen.








Leider gab es für uns dann nur dieses eine Motiv da alles heillos zugewachsen war. Da man nach unten nicht sehen konnte wohin man tritt und ob neben dem Geröll eventuell doch noch Löcher im Boden sind etc., beließen wir es auch dabei und ich nahm mir vor, im Winter noch mal her zu kommen (was ich bislang leider nicht getan habe, es aber jetzt im Januar/Februar mal in Angriff nehmen werde.)
Im Netz hatte ich gesehen, dass der Verein zur Burg Rennenberg die Ruine vor Jahren einmal freigelegt hatte und auch Wiederaufbauarbeiten begonnen hatte bzw. Teile der Burg freilegt, jedoch scheinen dort seit etwa 2012 keinerlei Aktivitäten mehr zu laufen. Schade.

Wir liefen die rd. 3 km zurück zu den Autos und fuhren wieder runter nach Linz zum Bahnhof, wo die Gruppe sich für heute auflöste.
Da ich jedoch noch einige Geocaches suchen wollte und es noch recht früh war, zog ich alleine los in einen Teil von Linz, den wir gemeinsam nicht besucht hatten, den Tillmann-Joel-Park neben der Pfarrkirche St. Michael.











Tillmann-Joel-Park mit Grabsteinen aus 5 Jahrhunderten.







Wieder am Neutor angekommen verließ ich etwa 2 Stunden nach den anderen Linz ebenfalls und machte mich auf in Richtung Fleisch vom Grill 😂




Montag, 18. Dezember 2017

Eines meiner Lieblingschateaus: Chateau de Sarolea


Ich glaube wenn man Urban Exploring liebt, dann trifft man zwangsläufig irgendwann auf ein Gebäude, das einen ganz besonders in seinen Bann zieht. Oder natürlich auch mehrere. Aber dann bleibt da trotzdem diese eine Location die man nie vergisst, aus welchem Grund auch immer.
Bei mir ist und bleibt dies an erster Stelle das Chateau de Sarolea in Belgien.
Warum dem so ist, das kann ich gar nicht mal so genau sagen, aber ich wollte dieses alte Schloss immer von Innen sehen und als ich meinen kleinen Traum das erste Mal wahr machte, da fühlte ich mich, bei allem Verfall, sofort wohl. Am liebsten wäre ich alleine dort gewesen und hätte mich stundenlang auf den blanken Boden gesetzt und das alte Gemäuer einfach auf mich wirken lassen. Oder stundenlang gelesen. Oder von besseren Zeiten geträumt.
Das das Chateau nicht mehr zu retten ist, das sollte eigentlich klar sein, auch wenn ich so gar keine Fachfrau bin, zu breit hat der Hausschwamm sich bereits gemacht.
Zu groß ist der Verfall.



Aber von Anfang an, denn es sollte eine ganze Weile dauern bis ich "mein Chateau" das erste Mal betreten sollte 😊
Im Jahr 2012 sah ich das erste Mal Fotos vom de Sarolea, allerdings nur von außen. Da hieß es das Schloss böte nicht mehr viel, es wäre entkernt, lohne sich einfach nicht.
Daher konnte ich im Jahr 2013, als wir nach einer Urbextour im Örtchen vorbei kamen, auch niemanden bewegen, einen Zugang zu suchen. Es lohne sich ja sowieso nicht, würde bald dunkel etc. pp. So steckte ich zurück, wusste aber da schon ganz genau, dass es nicht mein letztes Mal gewesen sein sollte, dass ich dem de Sarolea einen besuch abstatte.



Und ich sollte richtig liegen, denn bereits ein 3/4 Jahr später, im Januar 2014, stand ich wieder vor dem Schloss das ich unbedingt von Innen sehen wollte.
Allerdings sollten auch diesmal leider nur die Fotos entstehen, die ihr heute vom Äußeren des Gebäudes seht.
Das hatte einen völlig blöden Grund. Wir waren auf Tour und hatten bei den ersten beiden Locations absolutes Glück. In beide kamen wir ungehindert rein und konnten in Ruhe unsere Fotos schießen. Dann aber verließ uns unser Glück, geschlossen, zu einsehbar so dass wir uns nicht mehr auf das Grundstück trauten, ein weiteres Schloss wo wir plötzlich "die Hosen voll hatten"......kennt ihr das wenn man sich gegenseitig so verrückt macht, dass man kollektiv ein ganz schlechtes Gefühl bekommt? (Heute lachen wir übrigens über unser Verhalten an diesem Tag und können und selber nicht mehr verstehen).




Jedenfalls schafften wir es am Grundstück vorbei und bis in den wirklich langen Garten, schlugen uns durch Gestrüpp bis auf die Terrasse, erblickten den vermuteten Zugang und........sahen haufenweise Kameras an der Wand nebenan. Da waren wir bedient und traten schnell den Rückzug an.
Auf der Fahrt nach Hause dämmerte es uns dann......die Kameras hatten sich allesamt nicht bewegt. Sie waren an einer Hauswand angebracht und parallel zur Wand ausgerichtet. Und überhaupt, wer sollte und wollte ein solch verfallenes Gebäude mit Kameras überwachen?
Waren wir blöd 😁


Beim nächsten Besuch waren wir dann leider schon etwas zu spät dort, schleppten uns allerdings noch mutig durch richtig viel nasses Dornengestrüpp und dann stand ich nass aber glücklich endlich drin!!! Unfassbar. Ich im de Sarolea!
Allerdings war nach einigen wenigen Fotos Schluss, es war einfach schon zu dunkel. Schade. 
Aber auch diesmal schworen wir uns, nein, das durfte es nicht gewesen sein! Wir würden wiederkommen, im Hellen und dann endlich das komplette Gebäude ansehen.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen wir also wieder das Chateau.



Auf der nächsten Tour aber, da konnte ich dann endlich, endlich meine Kamera auspacken und Zeit in diesem Schloss verbringen. Ja, es ist entkernt, ja es sind keine Möbel o.ä. mehr in ihm, aber das was von den Kaminen und vom Stuck noch übrig geblieben ist, das hat mich einfach restlos begeistert. Ich bin ja sowieso so eine kleine Detailfanatikerin und liebe Stuckarbeiten über alles!
Daher müsst ihr Euch jetzt auch "Kleinkram" anschauen 😊 Viel Spaß dabei. Aber ihr kennt mich ja eh schon 😁





Mein Lieblingskamin. Ich könnte ihn so mitnehmen 😉





Fehlende Decken






Auch diese Kaminfliesen habe es mir angetan.












Zwischen den ganzen Fotos aber auch noch ein paar wenige geschichtliche Fakten zum Schloss:

Das Chateau de Sarolea wurde 1643 von Gilles de Sarolea (1617 - 1665, der erste Lord von Cheratte und im Kohleabbau tätig) erbaut. Aufgegeben wurde das Chateau, welches im Inneren weitestgehend entkernt wurde, im 20. Jhd. Über die Nutzung in den mehreren hundert Jahren seines Bestehens, ist nichts bekannt. Ich könnte mir vorstellen, dass es evtl. später als Bürogebäude des nahegelegenen Bergwerks gedient haben könnte (?). Dies sind jedoch lediglich Vermutungen aufgrund des Bezugs von G. de Sarolea zum Bergbau.
Hazard Cheratte wurde 1977 geschlossen, etwa 1980 soll das Chateau aufgegeben worden sein.
Durch den Wegfall des Bergbau verkam leider auch der Ort Cheratte immer mehr und ist heute eher ein Trauerspiel.
Demnächst kommt ein Tourbericht zu Hazard Cheratte, das wir uns an einem anderen Tag angesehen hatte, da ich absolut nicht der Industrie-Fan bin und im Regelfall jedes Chateau vorziehe (es gibt nur eine Ausnahme bei uns in der Umgebung, die alte Papierfabrik, aber auch die seht ihr ein anderes mal).

Gerüchten zufolge wurde das Chateau in diesem Jahr definitiv verkauft (was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann). Ich werde sicher im Jahr 2018 noch ein mal hinfahren.