Montag, 18. Dezember 2017

Eines meiner Lieblingschateaus: Chateau de Sarolea


Ich glaube wenn man Urban Exploring liebt, dann trifft man zwangsläufig irgendwann auf ein Gebäude, das einen ganz besonders in seinen Bann zieht. Oder natürlich auch mehrere. Aber dann bleibt da trotzdem diese eine Location die man nie vergisst, aus welchem Grund auch immer.
Bei mir ist und bleibt dies an erster Stelle das Chateau de Sarolea in Belgien.
Warum dem so ist, das kann ich gar nicht mal so genau sagen, aber ich wollte dieses alte Schloss immer von Innen sehen und als ich meinen kleinen Traum das erste Mal wahr machte, da fühlte ich mich, bei allem Verfall, sofort wohl. Am liebsten wäre ich alleine dort gewesen und hätte mich stundenlang auf den blanken Boden gesetzt und das alte Gemäuer einfach auf mich wirken lassen. Oder stundenlang gelesen. Oder von besseren Zeiten geträumt.
Das das Chateau nicht mehr zu retten ist, das sollte eigentlich klar sein, auch wenn ich so gar keine Fachfrau bin, zu breit hat der Hausschwamm sich bereits gemacht.
Zu groß ist der Verfall.



Aber von Anfang an, denn es sollte eine ganze Weile dauern bis ich "mein Chateau" das erste Mal betreten sollte 😊
Im Jahr 2012 sah ich das erste Mal Fotos vom de Sarolea, allerdings nur von außen. Da hieß es das Schloss böte nicht mehr viel, es wäre entkernt, lohne sich einfach nicht.
Daher konnte ich im Jahr 2013, als wir nach einer Urbextour im Örtchen vorbei kamen, auch niemanden bewegen, einen Zugang zu suchen. Es lohne sich ja sowieso nicht, würde bald dunkel etc. pp. So steckte ich zurück, wusste aber da schon ganz genau, dass es nicht mein letztes Mal gewesen sein sollte, dass ich dem de Sarolea einen besuch abstatte.



Und ich sollte richtig liegen, denn bereits ein 3/4 Jahr später, im Januar 2014, stand ich wieder vor dem Schloss das ich unbedingt von Innen sehen wollte.
Allerdings sollten auch diesmal leider nur die Fotos entstehen, die ihr heute vom Äußeren des Gebäudes seht.
Das hatte einen völlig blöden Grund. Wir waren auf Tour und hatten bei den ersten beiden Locations absolutes Glück. In beide kamen wir ungehindert rein und konnten in Ruhe unsere Fotos schießen. Dann aber verließ uns unser Glück, geschlossen, zu einsehbar so dass wir uns nicht mehr auf das Grundstück trauten, ein weiteres Schloss wo wir plötzlich "die Hosen voll hatten"......kennt ihr das wenn man sich gegenseitig so verrückt macht, dass man kollektiv ein ganz schlechtes Gefühl bekommt? (Heute lachen wir übrigens über unser Verhalten an diesem Tag und können und selber nicht mehr verstehen).




Jedenfalls schafften wir es am Grundstück vorbei und bis in den wirklich langen Garten, schlugen uns durch Gestrüpp bis auf die Terrasse, erblickten den vermuteten Zugang und........sahen haufenweise Kameras an der Wand nebenan. Da waren wir bedient und traten schnell den Rückzug an.
Auf der Fahrt nach Hause dämmerte es uns dann......die Kameras hatten sich allesamt nicht bewegt. Sie waren an einer Hauswand angebracht und parallel zur Wand ausgerichtet. Und überhaupt, wer sollte und wollte ein solch verfallenes Gebäude mit Kameras überwachen?
Waren wir blöd 😁


Beim nächsten Besuch waren wir dann leider schon etwas zu spät dort, schleppten uns allerdings noch mutig durch richtig viel nasses Dornengestrüpp und dann stand ich nass aber glücklich endlich drin!!! Unfassbar. Ich im de Sarolea!
Allerdings war nach einigen wenigen Fotos Schluss, es war einfach schon zu dunkel. Schade. 
Aber auch diesmal schworen wir uns, nein, das durfte es nicht gewesen sein! Wir würden wiederkommen, im Hellen und dann endlich das komplette Gebäude ansehen.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen wir also wieder das Chateau.



Auf der nächsten Tour aber, da konnte ich dann endlich, endlich meine Kamera auspacken und Zeit in diesem Schloss verbringen. Ja, es ist entkernt, ja es sind keine Möbel o.ä. mehr in ihm, aber das was von den Kaminen und vom Stuck noch übrig geblieben ist, das hat mich einfach restlos begeistert. Ich bin ja sowieso so eine kleine Detailfanatikerin und liebe Stuckarbeiten über alles!
Daher müsst ihr Euch jetzt auch "Kleinkram" anschauen 😊 Viel Spaß dabei. Aber ihr kennt mich ja eh schon 😁





Mein Lieblingskamin. Ich könnte ihn so mitnehmen 😉





Fehlende Decken






Auch diese Kaminfliesen habe es mir angetan.












Zwischen den ganzen Fotos aber auch noch ein paar wenige geschichtliche Fakten zum Schloss:

Das Chateau de Sarolea wurde 1643 von Gilles de Sarolea (1617 - 1665, der erste Lord von Cheratte und im Kohleabbau tätig) erbaut. Aufgegeben wurde das Chateau, welches im Inneren weitestgehend entkernt wurde, im 20. Jhd. Über die Nutzung in den mehreren hundert Jahren seines Bestehens, ist nichts bekannt. Ich könnte mir vorstellen, dass es evtl. später als Bürogebäude des nahegelegenen Bergwerks gedient haben könnte (?). Dies sind jedoch lediglich Vermutungen aufgrund des Bezugs von G. de Sarolea zum Bergbau.
Hazard Cheratte wurde 1977 geschlossen, etwa 1980 soll das Chateau aufgegeben worden sein.
Durch den Wegfall des Bergbau verkam leider auch der Ort Cheratte immer mehr und ist heute eher ein Trauerspiel.
Demnächst kommt ein Tourbericht zu Hazard Cheratte, das wir uns an einem anderen Tag angesehen hatte, da ich absolut nicht der Industrie-Fan bin und im Regelfall jedes Chateau vorziehe (es gibt nur eine Ausnahme bei uns in der Umgebung, die alte Papierfabrik, aber auch die seht ihr ein anderes mal).

Gerüchten zufolge wurde das Chateau in diesem Jahr definitiv verkauft (was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann). Ich werde sicher im Jahr 2018 noch ein mal hinfahren.






Mittwoch, 13. Dezember 2017

Eine Busfahrt die ist lustig - Paris und Versailles

Ich musste genau 43 Jahre alt werden um das erste Mal in meinem Leben nach Frankreich zu kommen! In Paris dagegen, eine Stadt die ich schon immer sehen wollte, war ich auch da noch nicht.
Da musste erst meine Tochter kommen und eine tolle Leistung vollbringen 😊
Aber alles auf Anfang.
Meine Tochter liebt seit einigen Jahren den Eifelturm und hortet in ihrem Zimmer Bilder und Statuen des Pariser Wahrzeichens. Ihr größter Wunsch war es, ein mal nach Paris zum Eifelturm zu kommen.
Und da sie schulisch nicht gerade eine Leuchte ist und eine gewisse Aufmunterung braucht um Leistung zu vollbringen da habe ich ihr versprochen, wenn  sie nicht sitzen bleibt, dann fahren wir ein Wochenende nach Paris und schauen uns den Eifelturm an.

Was soll ich sagen, sie ist natürlich nicht sitzengeblieben und hat in 1,5 Monaten das Ruder noch mal extrem herumgerissen. Ich war massiv stolz auf sie und habe uns sofort im Netz eine Bustour nach Paris herausgesucht!
Bei Mango Tours bin ich fündig geworden und am 27.10.2017 sollte es um 23.15 Uhr vom Köln/Bonner Flughafen aus losgehen. Das Wochenende erschien mir ideal, wollte ich eine solche Bustour nicht unternehmen wenn ich Freitag und Montag arbeiten musste. So lang es mitten in den Herbstferien und war ideal.
Da ich seit Jahren nicht mehr am Flughafen war, bestand ich darauf rechtzeitig loszufahren und nicht dort die teuren Parkgebühren in Kauf zu nehmen. Also ging es mit dem Auto nach Leverkusen und von dort aus mit der S-Bahn in Richtung Kölle.
Da wir früh am Hauptbahnhof waren bat meine Tochter darum noch den Dom beleuchtet sehen zu dürfen und so nahmen wir eine spätere S-Bahn zum Flughafen.
Auch ich finde ja "unseren" Kölner Dom immer wieder schön und bin gerne dort.





Gegen 22 Uhr waren wir dann schließlich am Flughafen, wo wir uns schnell zurechtfanden. Zum Glück ist dieser klein und übersichtlich! Einmal quer durch und schon befanden wir uns an den Bushaltestellen, wo so spät am Abend doch noch reger Betrieb herrschte da ein Bus nach dem anderen ankam und abfuhr.
Leider mussten auch wir jetzt noch einige Zeit warten. Und auch als der Bus da war und unser Gepäck verstaut, ging es mitnichten schon los. Nein, wir saßen noch ca. 1 Stunde untätig im Bus, da wir noch auf zwei andere Fahrtteilnehmer warten mussten, die von einem anderen Busfahrer aus Essen zu uns gebracht wurden. Solch eine Situation ist zwar für die Wartenden blöd, wäre ich jedoch in der Situation gewesen, hätte ich auch erwartet, dass der Reisebus auf mich wartet. Daher konnte ich auch die Stimmen nicht verstehen die allen Ernstes fragten, ob wir die fehlende Zeit in Paris am Sonntag wieder draufgerechnet bekämen. Und ja, die meinten das völlig ernst, ich hatte es auch anfangs für einen Scherz gehalten.
Obwohl ich müde war, wollte sich der Schlaf im Bus nicht richtig einstellen, so dass ich Samstag morgen wirklich verwundert war als wir kurz vor Paris geweckt wurden (übrigens mit dem Lied Havanna von Camila Cabello, das ich jetzt immer mit Paris verbinden werde - wobei wir zuerst dachten jemand hätte sein Handy vergessen auf Lautlos zu stellen 😜 ), dass ich doch mehr geschlafen hatte als es mir vorkam. So ein Reisebus ist nichts für mich, aber es ging dennoch besser als ich für mein Alter gedachte hatte. Ich wäre sogar bereit, so eine Fahrt noch mal zu machen.



Und dann waren wir endlich da, in der Stadt in der wir immer sein wollten 💟
Durch das Adrenalin war der komische Schlaf der Nacht schnell vergessen.



Da wir unser Hotelzimmer noch nicht beziehen konnten, machten wir direkt die Stadtrundfahrt mit und so standen wir morgens um kurz nach 8 oben bei der Sacre Coeur.

Was für ein beeindruckender Anblick!!!




Ich war auf jeden Fall froh, dass wir diese Tour mitgemacht haben, da Sacre Coeur doch ziemlich weit von der Innenstadt und unserem Hotel weg war und wir dort wahrscheinlich an unserem einzigen Tag gar nicht hin gekommen wären. Und das Wetter spielte auch mit. Was will man mehr?










Danach fuhren wir einige Zeit mit dem Bus durch die Stadt, bis wir am Place de la Concorde wieder kurz ausstiegen, nicht jedoch ohne ein paar Tipps zu erhalten wo wir später was finden würden. Meine Tochter wollte natürlich eher zu Forever21 als irgendwelche Sehenswürdigkeiten zu besichtigen 😊


Leider war so gar keine Zeit für Montmartre, aber wenigstens bin ich mal am Moulin Rouge vorbeigefahren 😅  Besonders hier fand ich die Geschichten die unser Tourguide David zu erzählen hatte, echt gut! 






Und dann durfte meine Tochter endlich das erste Mal in die Nähe des Eifelturm.


Und dann durften wir endlich unser Hotel beziehen und haben uns mit dem Holiday Inn Port de Clichy auch ein ganz tolles ausgesucht. Denn diejenigen die nach der Nacht im Bus in einem Ibis (Budget) Hotel genächtigt hatten, schliefen eindeutig schlechter als wir.
Lediglich die Tatsache, dass es ein klein wenig zu abgelegen vom Schuss war, störte mich ein wenig. Eine Kollegin die zur gleichen Zeit wie wir in Paris war, hatte ein zentraleres Hotel das nicht teurer oder schlechter war als das unsrige. Beim nächsten Trip werden wir dort nächtigen, auch wenn ich das Holiday Inn wirklich toll fand.




Während meine Tochter sich ein wenig ausruhte nutzte ich die Gelegenheit mir unseren Stadtteil ein klein wenig anzusehen und in einem Supermarkt schnell einzukaufen. 
Und dann ging es wieder zurück in die Stadt, denn meine Tochter wollte unbedingt mehr Zeit am Eifelturm verbringen. Da es ihre Reise war, ging ich natürlich darauf ein.
Zunächst hieß es jedoch erst mal die Metrostation zu finden, die laut David "einfach nur die Straße runter" sein sollte. Dort irrten wir dann eine kleine Weile herum und mich verließ schon fast die Lust, bis wir die Metro dann doch endlich fanden (mitten in einer Baustelle).
Und als wir uns zurechtgefunden hatten, ging es dann auch endlich zur Champs de Lysee, von wo aus wir zum Eifelturm laufen wollten. Auf umsteigen, wie die Kassiererin es uns empfohlen hatte, hatte ich in der Metro, die ich eh nicht verstanden habe, einfach keine Lust! Vor der nächsten Tour werde ich mich intensiver mit der Metro auseinandersetzen! Besonders da ich kein Wort Französisch spreche und Englisch wirklich ein Problem zu sein scheint.
Oder ich lerne einfach wieder Französisch (was ich wirklich gerne tun würde wenn ich die Zeit hätte) 😎

Nach einer schönen Zeit an der Saine entlang (fand ich zumindest).........




landeten wir dann wirklich am Eifelturm.



Leider hatte meine Tochter dann nach dem Gang hin und zurück keine Lust mehr, sie hatte ja den Eifelturm jetzt gesehen, so dass sie zurück ins Hotel wollte.
Ich war zwar massiv enttäuscht da es noch keine 18 Uhr war und ich lieber noch Notre Dame und Co. gesehen hätte, aber so lagen wir gegen 20 Uhr schon im Hotelbett (was nach der Fahrt auch nicht wirklich schlecht war, ich schlief wie ein Stein!)
Auf dem Weg zurück musste ich allerdings noch Fotos machen, da musste meine Tochter dann einfach durch.






Am nächsten Morgen standen wir um 6.30 Uhr auf um an 7 Uhr beim Frühstück zu sein, denn schließlich sollte es um 8 Uhr schon wieder nach Versailles gehen und anschließend nach Hause.
Das Frühstück war ordentlich, nur leider bin ich nicht so der Fan von Croissants und Toast.
Ich freute mich eher auf die Fahrt nach Versaillles, das nicht weit von Paris entfernt liegt.

Dort angekommen war ich dann doch nicht mehr so sicher, ob ich das Schloss des Sonnenkönigs von Innen sehen wollen würde, war mir die Schlange einfach schon zu lang und 15 € zu teuer um die Arme von tausend Japanern im Rücken zu haben 😀




Wir wollten die drei Stunden die uns zur Verfügung standen lieber nutzen um den Ort Versailles zu erkunden, den ich schon vom Bus aus wunderschön fand. Wie ihr wisst, stehe ich ja auf alles alte und hier besonders alte Gebäude 😊















Gegenüber des Schlosses befindet sich die Hofreitschule, die ich mir gerne von Innen angesehen hätte. Allerdings war die Show des Tages schon ausverkauft und auch ziemlich teuer. Dafür machte ich dann einige Fotos von aussen.









Da wir nur noch etwas über eine Stunde Zeit hatten und auch etwas Hunger vor der langen Fahrt nach Hause, wanderten wir kurz noch in den Ort und aßen bei KFC eine Kleinigkeit und ich machte auf dem Weg meine Fotos 😀
Sehr gerne hätte ich mir das Städtchen noch weiter angesehen, aber wir mussten leider los.
Kennt ihr das wenn ihr das Gefühl habt etwas nicht zu Ende gebracht zu haben? So geht es mir mit Paris und Versailles und das heißt, dass ich auf jeden Fall dort noch einmal hin muss.



Doctor Who in Versailles?






Was mir extrem aufgefallen ist war, das muss ich noch kurz anmerken, diese starke Präsenz von Polizei und Militär mit Maschinengewehren in den Touristenzentren.
Einerseits hat es mich irgendwo gestört und erinnerte mich daran, dass man immer mit dem Schlimmsten rechnet wenn man in den Städten unterwegs ist, andererseits fühlt man sich auch irgendwie sehr sicher.
Ich hoffe dennoch, dass dieser Trend nicht nach Deutschland überschwappt.

Anschließend setzten wir uns in den Bus und mussten Frankreich leider verlassen.
3 Filme und eine Pause später landeten wir gegen 20 Uhr wieder auf Kölner Boden.
Das wirklich wahre Leben hatte uns wieder 😢

Jetzt ist erst mal Winter und meine Touren beschränken sich auf die nähere Umgebung. Ich plane jedoch schon massiv meine Touren für die warmen Monate des nächsten Jahres und freue mich schon ganz arg darauf. Es wird den Rhein herunter gehen und hoch in den Raum Münster. Und ganz vielleicht auch auf die nächste Busfahrt mit Mango Tours. Diesmal möchte ich gerne nach Prag. Und Wien, Wien steht auch hoch im Kurs.......