Sonntag, 2. April 2017

Chateau Hogemeyer, Belgien

Das Hogemeyer und ich wurden im Januar 2014 keine Freunde :-) Ich war noch so aufgeputscht vom Chateau Rochendaal und konnte es kaum wahrhaben, dass ich noch heute mein zweites verlassenes Chateau besichtigen würde.
Es wurde uns als "völlig easy" angekündigt und sah auch auf der Karte völlig abgelegen aus. Nachdem wir in das ehemalige Haus eines Doktors nicht rein kamen weil wir dachten vor verschlossenen Türen zu stehen und auch so ein nicht allzu gutes Gefühl hatten, fuhren wir also ein paar Meter weiter, stellten den Wagen ab und schlugen uns den Feldweg entlang.





Von außen war ich überwältigt, sah Chateau Hogemeyer doch weitaus verschnörkelter und verspielter aus als Rochendaal (heute weiß ich, dass es noch ganz andere Schlösser gibt die mein Herz fast stillstehen ließen, z.B. Chateau le Fy), das auf mich einen recht cleanen Eindruck machte.

Doch als wir dann vor dem Tor standen, trauten wir uns aus irgendeinem Grund nicht mehr rein. Ich weiß nicht warum, aber wir hatten Bedenken das Grundstück zu betreten. Dabei war alles frei, die Nachbarn weiter weg, wir wären völlig unbeobachtet rein gekommen.
Aber nein, wir machten einige Fotos von außen und fuhren weiter (was uns später natürlich ärgerte, aber da war es dann natürlich schon zu spät um noch mal zurück zu fahren).

Bei mir sollte es noch fast 1,5 Jahre dauern, dann war ich jedoch drin und hätte es durchaus bereut, Chateau Hogemeyer nicht mehr gesehen zu haben bevor es im Jahr 2016 endgültig verkauft wurde. Ob begonnen wurde das schöne Chateau tatsächlich zu sanieren, weiß ich aktuell leider nicht, werde aber sicher demnächst mal nach dem Rechten sehen :-) Damals war ich auf jeden Fall froh, endlich drin zu sein.
Und die Kletterei durch das offene Fenster war für mich steife Kartoffel auch gar nicht ohne. Dennoch habe ich es ohne Blessuren geschafft ;-)

Erbaut wurde das Chateau in den Jahren 1750 bis 1859 auf dem Grundstück des bereits 1323 errichteten "Hof van Landeloos", einer wohlhabenden Familie. Zuletzt wurde im Jahr 1859 die Kapelle durch Baron Emile Joseph De Turck Keersbeek (geb. 20.05.1829) hinzugefügt.







Der Raum den ich am dringendsten sehen wollte war die kleine Kapelle die an das Chateau angebaut wurde. Also ging ich vom Treppenhaus aus nach links und wäre am liebsten sofort wieder zurückgesprungen. Der Boden gab eindeutig nach! Und das war bei meinem Gewicht nicht lustig.
Aber gut, ich wollte in diese Kapelle!
Also drückte ich mich flach an die Wand und ging Schritt für Schritt dem Raum meines Begehrens entgegen :-) Na ja, ich kroch eher und sang ein kleines Liedchen vor mich hin um ruhig zu bleiben. Es ist wie der Spruch, dass derjenige der kaut, sich nicht aufregen kann. Kaugummi hatte ich allerdings keinen dabei.
Und ich finde die ganze Mühe hat sich gelohnt, auch wenn die kleine Kapelle nicht weltbewegend oder so imposant ist wie die im Chateau Rochendaal.






Das Hoogemeyer ist, wie auch das Rochendaal, fast völlig leer und besticht durch seinen Stuck, der reichlich vorhanden ist. Und schon bin ich in meinem persönlichen kleinen Himmel :-)


















Und als wir wieder in den frühen Abend klettern kann ich nicht verstehen, weshalb wir im Januar 2014 so zögerlich waren. Ich bin froh, das Chateau Hogemeyer noch gesehen zu haben und hoffe, dass die neuen Eigentümer es wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen werden.




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