Samstag, 1. April 2017

Chateau Rochendaal, Belgien

Das Chateau Rochendaal sah ich zum ersten Mal während unserer ersten richtigen Tour durch Belgien im Januar 2014.
Ich interessiere mich schon lange für Schlösser und Burgen, war im Bereich Urban Exploring bis dahin aber mehr mit Leuten unterwegs, die lieber Industrie fotografierten.
Ihr könnt Euch also vorstellen, dass mein Herz aufging, als ich das erste mal durch ein verlassenes Chateau lief. Nicht nur ich, sondern auch meine Kamera, liefen heiß :-)


Das Chateau Rochendaal wurde im Jahr 1881 von dem Rechtsanwalt Jean Henri Paul Ulens (30.03.1816 - 21.10.1894) erbaut, nachdem er im Jahr 1876 Bürgermeister seiner Geburtsstadt Sint-Truiden wurde (Amtszeit von 1876 - 1891). Er lebte hier mit seiner Frau Marie Louise Henriette Veronique Ulens (1829 - 1891), mit der zusammen er drei Kinder hatte.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Familie Ulens enteignet und Rochendaal zu einem Stützpunkt der deutschen Luftwaffe. Im Schloss selber waren Offiziere untergebracht.
Nach dem Krieg übernahmen kurzzeitig die Amerikaner das Chateau und später die belgische Luftwaffe, die auf dem Areal ein Ausbildungszentrum für Piloten betrieben.
Seit 1996 steht das Chateau völlig leer und verfällt vor sich hin.

Noch heute ist das Gelände militärisches Sperrgebiet und es geht auch noch täglich eine Militärpatrouille über das Grundstück.

Und ich bekam wie gesagt in meinem ersten verlassenen Chateau den Mund nicht mehr zu und war völlig überwältigt trotz des enormen Vandalismus. So viel Stuck und so viel ehemalige Herrlichkeit!








Besonders die vielen erhaltenen Stuckdecken mit ihren Details haben es mir massiv angetan und ich wollte fast gar nicht mehr weg! Aber natürlich hatten wir immer das Wissen über die Militärpatrouille im Hinterkopf und versuchten uns zu beeilen.








Wunderschön, oder? Für mich als Stuckliebhaberin wie gesagt ein wahrer Traum!
Ich habe später auch selten in einem verlassenen Schloss so viele so gut erhaltene Stuckarbeiten gesehen. Jean Henri Ulens und ich müssen fast den gleichen Geschmack gehabt haben ;-)


Leider etwas verbrannt die Decke






Und hier als nächstes kommt meine absolute Lieblingsdecke. Selten hat mich später ein Stuckelement wieder so in seinen Bann gezogen!


Und dann gelangten wir endlich in den Raum, den wir schon auf so vielen Fotos gesehen und von dem wir schon so viel gehört hatten und der überwältigend sein sollte........die kleine Kapelle! Und ja, auch ich stand erst mal sprachlos in dem recht kleinen Kämmerlein und wusste nicht, was ich als erstes fotografieren sollte. Diese tolle Arbeit haben die Vandalen zum Glück bislang in Ruhe gelassen.







Erst später habe ich dann bemerkt, dass ich gar nicht den kompletten Raum aufgenommen hatte. Ich war zu aufgeregt gewesen :-)

Aber natürlich gab es noch viele weitere Motive






Das Wappen der Ulens


Eine ehemalige Unterkunft der Luftwaffe sahen wir uns dann auch noch an, da sie direkt daneben lag. Von einer Erkundung des Geländes an sich, auf welchem auch ein schöner See liegt, von dem man einen tollen Blick auf das Schloss hat, nahmen wir mit Sicht auf die Militärpatrouille Abstand.
Als wir bereits fertig und kurz vor dem Einpacken waren, lief uns auf dem Grundstück auch ein Pächter über den Weg, der uns eindringlich bat noch gerne 2-3 Fotos machen zu dürfen, dann aber bitte zu verschwinden weil es nun mal Militärgebiet ist und die Soldaten sicher nicht so nett zu uns wären.

Hier daher nun noch ein kleiner Blick in eine Unterkunft mit dem Charme vergangener Zeiten :-)











Danach verließ uns leider das Glück und später auch die Helligkeit (Januar eben) und wir sahen keine weitere Location von innen, aber ich war durch Chateau Rochendaal so beschwingt, dass es mir fast egal war :-)

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